Seit 2002 präsentiert sich die Dauerausstellung als aktuelles Schaufenster der Forschung in Kalkriese. Was hat sich vor 2000 Jahren am Kalkrieser Berg zugetragen? So lautet die zentrale Frage, und gemeinsam mit dem fiktiven Ausstellungsdetektiv Herrn Stahnke gibt es einiges zu suchen und zu entdecken. Im Jahre 2009 ist die Spurensuche, zumindest in der Ausstellung, vorbei. Jetzt geht es ans Auswerten und Rekonstruieren – im Mittelpunkt stehen, wie könnte es anders sein, die Varusschlacht, ihre Ursachen, ihr Verlauf, ihre Folgen.
Seit 20 Jahren wird in Kalkriese geforscht. Viele Disziplinen sind daran beteiligt. 2009 stellt das Museum die neuesten Erkenntnisse zur Varusschlacht vor, zum Beispiel zu den gefundenen Maultierzähnen: Begleiten Sie ein Maultier von Italien nach Kalkriese – die ganze Reise steckt in den Zähnen. Moderne Forschung bringt den Lebensweg des Tieres ans Licht und korrigiert zudem die Vorstellung von der Perfektion römischer Truppen – deren Organisation war noch perfekter als bisher gedacht. Auch die archäologischen Funde bergen Überraschungen. Viele sind hinzugekommen. Zusammen mit den »alten Bekannten« liefern sie neue Einblicke zu Herkunft, Zusammensetzung und Ausstattung der römischen Truppen. Germanen treten nicht mehr nur als Krieger, sondern auch als systematisch vorgehende Plünderer in Erscheinung.
Viele Fragen – die neue Ausstellung geht ihnen auf den Grund: Was suchten die Römer in Germanien? Auf welche Gegner stießen sie? Warum kam es zur Schlacht? Und was hätten sich Varus und Arminius wohl zu sagen, wenn sie sich nach der Schlacht noch einmal begegnet wären?
Dieses Streitgespräch hat leider nie stattgefunden, aber ab dem 16. Jahrhundert wurde Arminius in neue Dialoge verwickelt und abermals in den Kampf geschickt: Erst nur mit Worten, später symbolisch mit dem Schwert. Doch nicht nur in den Schlachten des 19. Jahrhunderts entfaltete Arminius alias Hermann seine Kraft: Auch Maler, Dichter, Komponisten wurden inspiriert und schufen so manche »Hermannsschlacht« in Farbe und ergreifenden Worten. Woher rührte die Begeisterung? – und was hat uns die Varusschlacht heute noch zu sagen? Dies und mehr erwartet die Besucher in der neuen Dauerausstellung.
Die Ausstellung ist barrierefrei.